Latein

Die lateinische Sprache und mit ihr zusammen die römische und griechische Kultur bilden die kulturelle und geistige Grundlage Europas. Latein verstehen bedeutet daher auch, unsere eigene Welt ein wenig besser zu verstehen. Zwar gehört die lateinische Sprache selbst mittlerweile, da sie nicht mehr aktiv als Muttersprache gesprochen wird, zur Gruppe der toten Sprachen, sie lebt jedoch in vielfacher Hinsicht bis in die Gegenwart weiter. Die Sprachen Italienisch, Französisch, Spanisch und Portugiesisch stammen direkt vom Lateinischen ab und zeigen viele Gemeinsamkeiten in Wortschatz und Grammatik. Diese modernen Sprachen werden von über 1 Milliarde Menschen gesprochen, wer kann da also noch sagen, dass Latein tot ist?

Dem Fach Latein haftet oft das Vorurteil an, besonders schwer zu sein. Im Prinzip kann aber jeder Latein lernen, schließlich sprachen nicht nur in Rom alle Menschen Latein - dies allerdings als Muttersprache -, auch andere Völker wie Gallier, Briten und Spanier erlernten im Zuge der Ausbreitung des römischen Reiches in kürzester diese Sprache und verwendeten sie gleichwertig neben ihren Muttersprachen. So einfach ist es für uns heute zwar nicht mehr. Dennoch ist Latein sicherlich nicht schwerer als andere Fremdsprachen, als Französisch, als ein gebildetes Englisch oder aber auch als Mathematik oder Physik. Ganz im Gegenteil weisen die lateinische Sprache und damit auch der Lateinunterricht einige Merkmale auf, die vielen Schülerinnen und Schülern sehr entgegen kommen:

  • die Unterrichtssprache ist Deutsch

  • der Schwerpunkt liegt im Übersetzen der Lateinischen Texte, daher sind die Hör- und Sprechanforderungen weiter im Hintergrund als bei anderen Fremdsprachen

  • man spricht, wie man schreibt – Probleme in der Aussprache entstehen also erst gar nicht

  • man verbessert beim Lateinlernen gleichzeitig seine Kompetenzen in der deutsche Sprache

  • die lateinische Grammatik zeigt  einfache Gesetzmäßigkeiten, überschaubare Kategorien und einen klaren  Ordnungsrahmen, wenn man diese korrekt anwendet und analysiert gelangt man zwangsläufig zu richtigen Lösungen bei sprachlichen Aufgaben

Dennoch muss natürlich fest gehalten werden, dass es ohne Fleiß, Geduld und Engagement schwierig sein dürfte, in Latein zufriedenstellende Ergebnisse zu erzielen, aber dies gilt nicht weniger für jedes andere Unterrichtsfach.

Interessant ist ebenfalls, dass das Latinum und damit das Beherrschen der lateinischen Sprache nachwievor eine Voraussetzung für viele Studienfächer darstellt. Das bedeutet, dass viele Studierende spätestens im Studium Latein lernen müssen.

An der Waldschule wird Latein als Wahlpflichtfach mit Beginn der 6. Klasse angeboten. Der Unterricht findet mit jeweils 3 Stunden pro Woche statt. Am Ende der Einführungsphase erhält man bei mindestens ausreichenden Leistungen ohne zusätzliche Prüfung das Latinum.