Informatik

"Irgendetwas mit Computern" – Das ist vielleicht die am häufigsten gehörte Beschreibung für das Fach Informatik. Dass es hier um Computer geht, stimmt natürlich. Aber Informatik ist dabei nicht nur irgendetwas. Den Informatik-Unterricht kann man sich wie das Erlernen einer neuen Fremdsprache vorstellen, mithilfe derer man besser versteht was die vielen uns umgebenden Computern tun, warum sie das tun, und wie man sie selbst dazu bringen kann, genau das zu tun, was man von ihnen erwartet.


Jeder, der diese Beschreibung gerade liest, blickt auf einen Bildschirm, der seine Signale von einem Computer erhält. Vielleicht ist dieser ein klassischer Rechner unter dem Schreibtisch, vielleicht ein Laptop, ein Tablet oder ein smartes Mobiltelefon. Oder vielleicht eines der vielen anderen Geräte, die im Internet surfen und dabei auch die Homepage der Waldschule aufrufen können. Und all diese Geräte sprechen ihre eigene Sprache und leben in ihrer eigenen digitalen Welt, die einem Außenstehenden oft unerklärlich und fremdartig erscheint. Der Informatik-Unterricht an der Waldschule in seinen verschiedenen Facetten soll die Schülerinnen und Schüler von Schritt für Schritt von Außenstehenden in Muttersprachlern verwandeln.


Damit ist nicht nur das Erlernen einer Programmiersprache gemeint, denn Informatik ist mehr als das Programmieren. Wir beschäftigen uns auch mit der Verschlüsselung von Daten, blicken hinter die Kulissen der Homepage-Erstellung, erfahren was eigentlich ein Betriebssystem ist und lernen Mails von Computer zu Computer zu senden, ganz ohne ein Smartphone und seine vielen Kommunikations-Apps zu benutzen. Außerdem schrauben wir auch mal Computer auf und prüfen unser Arbeitsmaterial auf Herz und Nieren, damit wir wirklich verstehen, wie die Daten von A nach B fließen.



Klasse 8 und 9:


In den Ergänzungskursen ist die Informatik zweifach verankert. Im Basis-Kurs, welcher mit drei anderen im halbjährlichen Wechsel stattfindet, erlernen die Schülerinnen und Schüler den Umgang mit Office-Anwendungen. In den Programmen zur Textverarbeitung und Tabellenkalkulation der verschiedenen Hersteller verbergen sich nämlich viel mehr Möglichkeiten, als nur Texte zu tippen und sie abzuspeichern.


Außerdem können die Schülerinnen und Schüler sich für den Spezialkurs Informatik/Robotik bewerben. Statt vier Halbjahren im Wechsel wird dieser Kurs die ganzen zwei Jahre besucht. Hier haben wir genug Zeit, um die Grundlagen all jener Teildisziplinen zu erlernen, auf die in der Oberstufe später der Informatik-Unterricht aufbaut.

Die Programmierung wird dabei anhand von Mindstorms-Robotern vermittelt und am Ende des Kurses erhält das Team die Gelegenheit, die neu erworbenen Fertigkeiten bei einem Roboter-Wettbewerb unter Beweis zu stellen.



Klasse 10:


Nach den beiden als Lehrjahren verstandenen Klassen 8 und 9, können die Schülerinnen und Schüler im sogenannten "Meisterjahr" ihre Kenntnisse in einem Spezialbereich anwenden und vertiefen. In welcher Form das geschieht, wechselt von Schuljahr zu Schuljahr und kann auch durch Vorschläge der Kursteilnehmer in den Lehrjahren vorher selbst mitbestimmt werden.


Im Schuljahr 2015/16 zum Beispiel wird ein Kurs Computerdesign stattfinden. Hier soll das Ergebnis nicht nur funktionierender Computercode sein, der in seinem schlichten Schwarz-auf-Weiß eher langweilig anzusehen ist. Stattdessen wollen wir grafisch ansprechende Produkte entwickeln, die zum Beispiel die Schulhomepage bereichern können oder als Einladung und Poster bei einem unserer vielen Events und Projekten veröffentlicht werden.



Oberstufe:


Seit langer Zeit hat das Fach Informatik einen festen Platz in der Oberstufe. So wichtig auch die praktische Beherrschung des Umgangs mit dem Computer ist, so hat der Oberstufenunterricht ein viel weiterreichendes Ziel.

Die Schülerinnen und Schüler lernen die Hintergründe informationstechnischer Systeme kennen und verstehen, damit sie diese Systeme beherrschen lernen. Mit der Fähigkeit, Computernetze zu verstehen und zu gestalten, können Schüler eigene Ideen realisieren. Informatik ist eine kreative Tätigkeit. Die Einsicht in Sicherheitsprobleme befähigt Schülerinnen und Schüler, sich in den unübersichtlichen Einsatzbereichen der Informatik zurechtzufinden und einen eigenen, begründeten Standpunkt zu entwickeln.

Deshalb ist neben dem unvermeidlichen Programmieren von Computern die Kryptographie und das Internet ein wichtiger Schwerpunkt der Arbeit im Oberstufen-Informatikunterricht.

In letzter Zeit werden auch leistungsfähige Kleincomputer eingesetzt, um praktische Projekte zur Netzprogrammierung und zur Serverentwicklung durchzuführen, in denen die Schülerinnen und Schüler an individuellen Lösungen arbeiten können.


Mit oder ohne Informatik im Abitur bedeutet eine umfassende Ausbildung im Umgang mit Computern gute Chancen in Ausbildung und Studium, denn längst ist eine sichere Beherrschung dieses Arbeitsgerätes nicht nur für Programmierer - ja, nicht einmal mehr nur für Naturwissenschaftler – Grundvorraussetzung für einen guten Start in Studium, Ausbildung und Arbeitsleben!